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Päd. Profil » Leitgedanken

  • Die Carl-Schurz-Schule pflegt und entwickelt Unterricht auf einem fachlich und methodisch hohen Anforderungsniveau.  Sie bietet in der Begegnung mit dem Bildungsgut unserer Kultur Räume für eigenverantwortliches, vertiefendes Lernen; sie fördert dabei die Talente und Kompetenzen ihrer Schüler und fordert deren Bereitschaft zu Leistung, Übernahme von Eigenverantwortung, Engagement und Selbstdisziplin.
  • Die Carl-Schurz-Schule schafft Raum für die Entfaltung der Persönlichkeit und die Übernahme sozialer Verantwortung. Sie fördert gleichermaßen Eigensinn wie Gemeinsinn.
  • Die Carl-Schurz-Schule legt hohen Wert auf eine Kommunikation, die von gegenseitiger Wertschätzung und Achtung auch in der Austragung von Konflikten geprägt und auf das Wohlergehen aller bedacht ist.

 

Auszug aus dem Schulprogramm vom 12. Januar 2012: 
Selbstverständnis und Leitlinien der Schule  

Die Carl-Schurz-Schule ist sich der Herausforderungen bewusst, vor denen unsere Schüler auf ihrem weiteren Lebensweg stehen werden. Schule kann nicht von ihrem gesellschaftlichen Umfeld abstrahieren. Wir entlassen unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Abitur in eine Gesellschaft, die historisch gesehen noch nie da gewesene Aufgaben wird angehen müssen:

  • Deutschland wird zum ersten Mal seit Beginn der Moderne einen starken Bevölkerungsrückgang erleben. Der demografische Wandel wird die Solidarität der Generationen, das ökonomische und soziale System in Deutschland einer großen Belastungsprobe aussetzen.
  • Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung weiter; ökonomische und politische Macht wird sich neu verteilen; die Verknappung von Ressourcen und die ökologischen Belastungen haben globale Dimensionen erreicht und zeigen die Grenzen der modernen Konsum- und Wachstumsgesellschaft auf.
  • Die Industriegesellschaft hat auf Kosten der Zukunft gelebt und finanzielle wie ökologische Schulden aufgehäuft, auf dem Rücken der nachwachsenden Generationen und der gegenwärtigen Generationen des globalen Armutsgürtels der Welt.

 

Dies sind Entwicklungen, die bei Jugendlichen Bedrohungsgefühle und Zukunftsängste aufbauen können, sofern es ihnen nicht gelingt, sie optimistisch als Herausforderungen und Aufgaben zu begreifen, welche kreative sowie solidarische Lösungen und die Übernahme von Verantwortung erfordern. Die Chancen, diese Transformation der Gesellschaft erfolgreich zu gestalten, werden davon abhängen, welchen Reichtum diese Gesellschaft

  • an Rationalität, Weitsicht und Kreativität,
  • an Solidarität und Kooperation,
  • an Engagement, Verantwortung und Selbstdisziplin

 

hervorbringen kann. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Individualismus und Gemeinschaft, ein kooperativer Individualismus, wird deshalb zu einer Schlüsselqualifikation der Gesellschaft. Eigensinn und Gemeinsinn gleichermaßen zu fördern wird damit Aufgabe von Bildung.

Damit sind aber auch der Schule Aufgaben gestellt, die weit über die üblichen bildungspolitischen Reaktionen auf die PISA-Studien hinausgehen, welche im Kern nur affirmativ auf die potenzielle berufliche Konkurrenzfähigkeit der Schüler innerhalb der OECD-Staaten und deren Funktionieren im Rahmen der bestehenden Anforderungen der Wirtschaft zielen. Die Anpassung des Menschen an die Ökonomie braucht lediglich Ausbildung; die Fähigkeit, ökonomische Kultur und Gesellschaft weiterzuentwickeln, braucht Bildung.

Schule muss daher Wert darauf legen, dass Schülerinnen und Schüler

  • sich im Denken schulen, d. h. disziplinierte, logische, in  die Tiefe gehende Nachdenklichkeit und dabei Eigenständigkeit entwickeln;
  • sich ausprobieren und experimentieren können, Irrwege gehen dürfen und den Mut zum Fehler aufbringen;
  • also lernen, sich ihres eigenen Verstands zu bedienen und sich dabei an durchdachten Werten zu orientieren;
  • die Bereitschaft entwickeln, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und sich Ziele zu setzen;
  • die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für andere und zur Solidarität entwickeln und diese erleben;
  • lernen, Rückschläge und Enttäuschungen zu verarbeiten und Selbstdisziplin sowie Durchhaltevermögen zu entwickeln.

 

In diesem Sinne bekennt sich die Carl-Schurz-Schule zu einem Bildungsideal,  das die Fähigkeit entwickelt, dem eigenen Leben sinnvoll Gestalt zu geben, d. h. sich selbst zu führen statt Verführern zu folgen; aufgeschlossen zu sein für die Möglichkeiten, den eigenen Horizont und die eigenen Erkenntnisse zu erweitern; zu einem Bildungsideal, das darauf abzielt, Eigensinn zu stärken und mit Gemeinsinn auszubalancieren.

Lernen im Sinne dieser Schule braucht Muße und Zeit genauso wie Fleiß, Disziplin und Training. Die Carl-Schurz-Schule setzt auf das Erlebnis der Freude durch den Erfolg, dem Anstrengung und Ausdauer vorangegangen sind. Lernen im Verständnis dieser Schule darf daher weder oberflächlicher Drill noch bloße Spaßpädagogik sein.

Im Gefolge der PISA-Studien und der Diskussion um kompetenzorientierten Unterricht hat sich eine tendenziell problematische Haltung entwickelt, Inhalte des Lernens für nachrangig, wenn nicht sogar gleichgültig zu erklären. An welchen Texten Schüler zum Beispiel ihre Lesekompetenz entwickeln, wird bei dieser verkürzten Auffassung letztlich nebensächlich. Der Bildungsauftrag der Schule geht aber weit über die Ansprüche von Bildungsstandards, die solche Kompetenzen beschreiben, hinaus. Kompetenzen sind vielmehr Voraussetzungen von Bildung und ersetzen diese nicht.1 Kenntnisse sind in diesem Verständnis eine weitere Säule der Bildung und unverzichtbar. Die Carl-Schurz-Schule hält deshalb entgegen solchem Missverständnis von kompetenzorientiertem Unterricht daran fest, dass die Bildung junger Menschen nur  über die intensive und kritische Begegnung mit der Hochkultur unserer und anderer Gesellschaften gelingen kann. Dabei geht es der Schule ausdrücklich nicht um die Aneignung eines möglichst vollständigen klassischen Wissenskanons, sondern um eine in die Tiefe gehende gedankliche und tätige Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen und Themen unserer kulturellen Tradition.

Dabei haben alle Fächer ihren eigenen Wert und erfüllen ihre eigene Aufgabe. Fast alle Fächer bietet die Carl-Schurz-Schule deshalb in einem Umfang an, der über die Pflichtstundentafel teilweise weit hinausgeht:

  • Zum kulturellen Erbe Europas gehört unbedingt das naturwissenschaftliche Experiment. Deswegen bildet die Haltung des forschenden Experimentierens ein Fundament des Unterrichts der Carl-Schurz-Schule. Experimente fordern den Schülern Disziplin, Kooperation und Kreativität ab. Genaues methodisches Arbeiten und strenges logisches Denken werden hier wie auch in den klassischen geistigen Experimentierfeldern der Mathematik geschult.
  • Die Begegnung mit der Hochsprache in Literatur und Theater, auch in den Fremdsprachen, führt nicht nur in die Auseinandersetzung mit den Werten unserer Kultur. Mit ihrem gedanklichen Reichtum geht ein sprachlicher Reichtum einher. Die Carl-SchurzSchule sieht es ebenso als fundamentale Aufgabe an, die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler und damit ihren gedanklichen Reichtum zu entwickeln.
  • Weltorientierung ist ohne interkulturelle Begegnung nicht möglich. Die Fähigkeit, in modernen Fremdsprachen mündlich wie schriftlich differenziert kommunizieren zu können und dies auch zu erleben, ist daher Ziel unseres Unterrichts und unserer Begegnungsfahrten.
  • Latein ist die historische Sprache der europäischen Bildung und Identität; in vielen Bereichen ist sie Voraussetzung des wissenschaftlichen Arbeitens. Als Reflexionssprache schult sie Sprachverständnis und analytisches Denken.
  • Die Begegnung mit der Kultur der Musik, der bildenden Künste und des Darstellenden Spiels zielt nicht nur auf die Befähigung zum ästhetischen Urteil. Sie bietet Raum für zunehmend eigenständiges kreatives und reflektiertes Gestalten und damit einen Erfahrungsraum, der für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler unersetzbar ist.
  • Religion und Ethik werden an der Carl-Schurz-Schule durchgängig und über die Stundentafel hinaus unterrichtet, da wir diese Fächer für einen reflektierten Umgang mit gesellschaftlichen Werten für zentral halten.
  • In den Fächern Geschichte, Politik und Wirtschaft sowie Erdkunde setzen sich die Schüler mit den Bedingungen unserer gesellschaftlichen Entwicklung, ihren Herausforderungen und Gestaltungsräumen auseinander. Geschichte und Politik sind zudem Leitfächer der Medienbildung, indem sie die mediengesteuerte Wahrnehmung gesellschaftlicher Probleme zum Gegenstand machen.
  • Der Sportunterricht fördert die körperliche Entwicklung und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen und erweitert ihre Bewegungserfahrungen. Wie kaum ein anderes Fach bietet er ein Feld, auf dem Individualität und Kooperation gleichermaßen erforderlich sind, um Erfolg erleben zu können.

 

So hoch die Ansprüche der Schule damit auch sind, die Carl-Schurz-Schule sieht ihre Aufgabe nicht in der Auslese oder elitären Abgrenzung, sondern in der Entdeckung und Förderung der Talente ihrer Schülerinnen und Schüler. Dabei gehen wir davon aus, dass jede Schülerin und jeder Schüler über eine einzigartige Kombination von Anlagen und Begabungen – kleineren oder ausgeprägten – verfügt und sehen darin ein wertvolles Gut, das es zu entwickeln gilt. Wir wollen deshalb ressourcen- und nicht defizitorientiert arbeiten.

1 So hat es auch die KMK formuliert, vgl. www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Argumentationspapier308KMK.pdf
Carl-Schurz-Schule
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