Mit einem akademischen Festtag am 19. März würdigte die Schulgemeinschaft das 125-jährige Bestehen der Carl-Schurz-Schule.
Musikalisch eröffnet wurde die Feier durch den Mädchenchor der 6. und 7. Klasse mit dem Lied „I have a Dream.“ Im weiteren Verlauf setzte die Musikerweiterung der 9. Jahrgangsstufe mit „Prélude“ von Marc-Antoine Charpentier sowie einem Klaviervortrag von Adam Rieber von Franz Schubert besondere künstlerische Akzente.
Schulleiter Christoph Gans eröffnete die Feststunde. In seinen Grußworten betonte er insbesondere die zwei Säulen der CSS: eine starke Schulgemeinschaft und die gemeinsam gelebten Werte, die auf Achtung der Menschenwürde, Zivilcourage, Freiheitsrechten und demokratischer Verantwortung basieren. Herr Gans blickte in seiner Rede auch auf die Historie unserer Schule zurück. Besonders bewegend war, dass er einen handschriftlich verfassten Sanitätsbericht aus dem Zweiten Weltkrieg verlas. Bei einem Luftangriff fiel eine Bombe in die Holbeinstraße. In der damaligen Oberschule kamen fünf Schüler ums Leben.

Was die CSS, Rapper Ashraf sowie die Marke 6pm und der Frankfurter Oberbürgermeister gemeinsam haben, erklärte Mike Josef zu Beginn seiner Grußworte ganz persönlich und sorgte damit für den ein oder anderen freudigen Schmunzler im Publikum. Der Oberbürgermeister baute eine Brücke zu den vorherigen Worten unseres Schulleiters und lobte die Bedeutung einer aktiven demokratischen Haltung. Demokratie, so bekräftigte er, lebe von Menschen, die nicht wegsehen, sondern Verantwortung übernehmen und handeln. Die Carl-Schurz-Schule sei für ihn ein Ort, an dem genau diese Haltung gefördert werden würde. Er erinnerte sich dabei auch an seine Besuche an der Carl-Schurz-Schule: An den politischen Talk mit Michel Friedmann und die Podiumsdiskussion im vorherigen Wahlkampf. Insbesondere die Diskussionskultur sei es, welche die Stadt Frankfurt ausmache und erinnerte dabei auch an die Frankfurter Schule und dem kürzlich verstorbenen Jürgen Habermas. Frankfurt, eine Stadt, die 180 Nationen vereine, sei eine Stadt, die von Widersprüchen und von der Streitbarkeit lebe, betonte Josef. Er lobte in diesem Zuge auch das internationale Engagement der Schule und die Bemühungen der Steuben-Schurz-Gesellschaft, welche Christoph Gans seit 2024 leitet.


Der CSS-Feststunde wohnte auch die Stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Susanne Strauß-Chiachio, bei. In ihren Grußworten unterstrich sie die besondere Stärke der Schulgemeinschaft. Die Schule, so Strauß Chiachio, setze dabei auf vielfältige Schwerpunkte, darunter ein starkes naturwissenschaftliches Profil, die Musik sowie bilinguale Bildungsangebote und internationale Partnerschaften. Sie lobte die Eigenverantwortung und Engagement der Schülerinnen und Schülern an der CSS und dass die Schule den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gebe, eigene Ideen und Visionen einzubringen. Projekte, wie „Youth 4 Politics“, Gespräche mit Politikerinnen und Politikern oder Podiumsdiskussionen zeigten, dass politische Bildung an der Carl-Schurz-Schule lebendig und praxisnah vermittelt werde.
Auch die Elternschaft kam heute zu Wort: Elisabeth Wild lobte den starken Zusammenhalt an der CSS und unterstrich ein generationenübergreifendes Miteinander – sowohl unter den Schülerinnen und Schülern als auch mit den Eltern. Die Schülerinnen Helena Hardenberg und Clara Ristock erzählten von ihren Erfahrungen und Schulalltag an der Carl-Schurz-Schule. Sie seien im Laufe ihrer Zeit immer wieder erstaunt gewesen, wie viele engagierte und interessierte Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte tagtäglich die Pforten der Schule betraten.
Ein besonderer Höhepunkt war das Darstellende Spiel des Q4-Kurses, das unter dem Titel „Carl Schurz – Mehr als nur ein Name“ Szenen aus dem Leben von Carl-Schurz auf die Bühne brachte. Es machte deutlich, wie sehr die Werte von Freiheit, Mut und politischer Teilhabe bis heute nachwirken.

Der anschließende Vortrag zur Demokratiegeschichte durch Pia Herzan (Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte) knüpfte daran an und zeigte eindrücklich, welchen Wert demokratische Errungenschaften haben – und wie wichtig es ist, sie aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltung klang mit einem musikalischen Gruß des Kollegiums und einem anschließenden Empfang aus – ein würdiger Abschluss des akademischen Festakts, der die Schule als lebendigen Ort des Lernens, der Begegnung und der demokratischen Bildung zeigte.
Text: Rasende Reporter / Heller
Fotos: Raphael Michaud
