Besuch der GSI

Am 03. Februar 2026 besuchten mein Physik-Leistungskurs der Q2 sowie der Grundkurs meines Kollegen Holger Schmid die GSI – Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, um einen der bedeutendsten Forschungsstandorte für Ionen- und Kernphysik in Europa kennenzulernen.

Vor Ort wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und von Dr. Holger Kollmus sowie Alexander Täschner fachkundig durch das Gelände geführt. Leider war der Innenbereich des Beschleunigers aufgrund des laufenden Strahlbetriebs nicht zugänglich. Schon 2024 war es ähnlich: Auch damals konnten wir zwar viel aus nächster Nähe sehen, jedoch nicht alle Bereiche betreten, da „Strahlbetrieb“ herrschte. Dennoch boten unsere „Guides“ viele anschauliche Erklärungen zu Aufbau, Funktionsweise und Sicherheitsmaßnahmen der hochmodernen Forschungsanlagen.

Besonders faszinierend war die Besichtigung der medizinischen Einrichtung, in der Tumorbestrahlungen mit Ionenstrahlen durchgeführt werden. Diese Anlage genießt weltweit hohes Ansehen, da sie eine äußerst präzise und gewebeschonende Krebsbehandlung ermöglicht – ein eindrucksvolles Beispiel für die direkte Anwendung von Grundlagenforschung in der modernen Medizin.

Ein weiterer Höhepunkt des Rundgangs war der Blick auf die gewaltige Baustelle von FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research), dem internationalen Großprojekt, das derzeit auf dem GSI-Gelände entsteht.

Einige Zahlen, die unsere Gruppen besonders beeindruckten:

  • 150.000 m² Gesamtfläche der neuen Anlage
  • 25 neue Bauwerke, darunter Labore, Versorgungsgebäude und Beschleunigerstrukturen
  • Ein unterirdischer Ringbeschleuniger-Tunnel von 1.100 m Umfang
  • 600.000 m³ Beton und 65.000 Tonnen Stahl, was in etwa neun Eiffeltürmen entspricht
    Dies verdeutlicht eindrucksvoll die Dimensionen eines der größten Forschungsbauprojekte weltweit.

Ein besonders spannender Stopp war die HADES-Experimentierhalle. HADES – ein High Acceptance Di-Electron Spectrometer – dient dazu, Elektron-Positron-Paare und andere seltene Teilchen nach Hochgeschwindigkeitskollisionen nachzuweisen und damit grundlegende Fragen zur Masse von Materie zu erforschen.

Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, den obligatorischen Scherz zu machen:
„Wir waren im Hades – und sind tatsächlich wieder heil herausgekommen!“

Unsere Schülerinnen und Schüler staunten über die immensen Dimensionen des Detektors und darüber, wie viele Länder und Forschungsteams weltweit an diesem Projekt beteiligt sind.

Nach der Führung kehrten wir in die Kantine der GSI ein, wo wir gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschungseinrichtung zu Mittag aßen. Diese Gelegenheit, atmosphärisch mitten im Wissenschaftsbetrieb zu sein, rundete den Tag wunderbar ab.

Der Besuch bei der GSI war für alle Beteiligten ein äußerst lehrreicher und inspirierender Einblick in die Spitzenforschung der modernen Physik. Die Mischung aus theoretischen Hintergründen, technischen Superlativen, realen Anwendungen in der Medizin und dem Blick hinter die Kulissen internationaler Forschungskooperationen hat den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll vor Augen geführt, wie spannend und vielfältig Physik in der Praxis sein kann.

Simon Resch (Kursleiter des Physik-LK, Q2)