„Dobble“ und projektive Geometrie

Wie sich höhere Mathematik spielerisch erkunden lässt

Am 26. Januar 2026 unternahm der Leistungskurs Mathematik der Q3 bei eisigem, aber sonnigem Wetter einen Ausflug zum Mathematikon der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, um dort einen dreistündigen Workshop zum Thema „Projektive Geometrie“ zu besuchen und zu ergründen, wie das beliebte Kartenspiel „Dobble“ mit diesem Fachgebiet zusammenhängt – mal was anderes als der übliche Schulstoff.

Nach einer ersten Spielphase zwecks Erkundung der Regeln wurde es schnell sehr mathematisch: Definitionen, Hilfssätze, Beweise wurden auf die Spielprinzipien angewendet, die SchülerInnen entwickelten ein eigenes Dobble-Spiel. Die Erkundung der Grundlagen der teils fremdartigen projektiven Geometrie, in der sich selbst parallele Geraden schneiden – nur eben in einem unendlich fernen Punkt! –, führte dann zur Feststellung: Zwischen Karten und Symbolen des Spiels auf der einen Seite und Geraden und Punkten einer projektiven Ebene bestehen überraschende Zusammenhänge. 

Nach einer reichhaltigen Stationenarbeit mit Stempeln, Legen, Zeichnen, Knobeln, Kombinieren und Beweisen gelangten die Nachwuchs-MathematikerInnen schließlich zur Erkenntnis: Wenn es nicht zu jeder natürlichen Zahl eine endliche projektive Ebene entsprechender Ordnung gibt, dann lässt sich auch nicht jedes beliebige Dobble-Spiel fabrizieren – und manchmal, wie z.B. für ein Dobble-Spiel mit 13 Symbolen pro Karte, wissen Mathematiker es sogar einfach (noch) nicht. Sowas aber auch!

Harte Theorie macht hungrig. Nach einem gemeinsamen Pizzeria-Besuch wurde noch die Heidelberger Altstadt inklusive der berühmten Schlossruine erkundet und die Exkursion somit kulturell abgerundet, bevor es abends zurück nach Frankfurt ging.

Für den sowohl anspruchsvollen als auch sehr unterhaltsamen Workshop unter Leitung von Anna Schilling und ihrer studentischen Hilfskraft Juliana bedanken wir uns herzlich!