Bericht zum Besuch der 9d im Schülerlabor „Radioaktivität“ der Goethe-Universität Frankfurt am 10.06.2026
Am 10. Juni 2026 unternahm die Klasse 9d der Carl‑Schurz‑Schule gemeinsam mit ihrem Physiklehrer Simon Resch einen spannenden Ausflug an den Campus Riedberg der Goethe‑Universität Frankfurt. Ziel war das Schülerlabor „Radioaktivität“, in dem die Schülerinnen und Schüler einen praxisnahen Einblick in ein zentrales Thema der modernen Physik erhalten sollten.
Schon bei der Ankunft wurde die Gruppe herzlich von Michael Hartung, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Physikfakultät, empfangen. Mit großer Fachkenntnis und viel Engagement begleitete er die Klasse durch den gesamten Tag. Bereits in den ersten Minuten wurde deutlich, dass hier nicht nur Wissen vermittelt, sondern Begeisterung für Physik geweckt werden sollte – eine ideale Grundlage für einen gelungenen Labortag.

Ein Blick in die Teilchenphysik
Den Auftakt bildete eine kleine Führung, bei der wir einen historischen Van-de-Graaff-Generator bestaunen konnten. Dieses eindrucksvolle Gerät wurde früher im Zusammenhang mit Beschleunigeranlagen genutzt und bot einen anschaulichen Einstieg in die Welt der Hochenergiephysik. Die Erklärungen machten deutlich, wie bedeutend solche Apparaturen für die Entwicklung moderner Forschung sind – und sorgten gleichzeitig für einige staunende Gesichter.
Sicherheit geht vor – und dann wird experimentiert
Im Anschluss ging es ins eigentliche Schülerlabor, das speziell dafür konzipiert ist, Schülerinnen und Schülern komplexe physikalische Themen durch eigenes Experimentieren näherzubringen. Nach einer gründlichen Sicherheitseinweisung durften die Lernenden dann selbst aktiv werden.
In Kleingruppen arbeiteten sie an verschiedenen Stationen und untersuchten unter anderem:
- die Reichweite von Alpha-Strahlung
- Möglichkeiten zur Abschirmung verschiedener Strahlungsarten
- den sogenannten Nulleffekt bei Messungen
- die Ablenkung von Strahlung in Feldern
- sowie Langzeitmessungen an unterschiedlichen Materialien
Besonders spannend war dabei die Verbindung von Theorie und Praxis: Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur messen und beobachten, sondern auch verstehen, warum bestimmte Effekte auftreten.


Geschichte trifft Naturwissenschaft
Neben den Experimenten kamen auch historische Aspekte nicht zu kurz. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sowie über die sogenannten „Radium Girls“, deren Schicksal eindrucksvoll zeigt, wie wichtig Strahlenschutz ist. Diese Einblicke verliehen dem Thema eine zusätzliche Tiefe und regten zum Nachdenken an.
Selbst gebaut: Die eigene Nebelkammer
Ein echtes Highlight wartete am Ende des Tages: Gemeinsam bauten die Gruppen ihre eigenen kleinen Nebelkammern. Mit diesen konnten sie radioaktive Strahlung indirekt sichtbar machen – ein faszinierender Moment, in dem Physik buchstäblich vor den eigenen Augen erschien.
Pause mit Aussicht
Zwischendurch stärkte sich die Gruppe im „Café Physik“, das durch eine große Glasscheibe direkten Blick auf die Beschleunigeranlage der Universität bietet. Auch hier blieb es nicht nur beim Staunen: Die zuvor erarbeiteten Inhalte – etwa zur Lorentzkraft – konnten direkt angewendet und besser verstanden werden.

Ein rundum gelungener Tag
Der gesamte Labortag war für alle Beteiligten äußerst interessant, lehrreich und motivierend. Besonders hervorzuheben ist die engagierte und kompetente Betreuung durch Michael Hartung, der es verstand, komplexe Inhalte verständlich und lebendig zu vermitteln.
Zum Abschluss verewigte sich die Klasse 9d kreativ im Gästebuch des Schülerlabors – inklusive eines liebevoll gestalteten Abbilds von Carl Schurz, das sicherlich in Erinnerung bleiben wird.
Ein wehmütiger Ausblick
Ursprünglich waren weitere Besuche am 11.06., 17.06. und 18.06. geplant. Leider mussten die Termine am 11.06. und 18.06., die von Simon Cerny betreut werden sollten, kurzfristig abgesagt werden, da sich Herr Cerny nach einem Unfall einer Operation unterziehen muss.
Daher kommen die Klassen 9c und 9a in diesem Jahr leider nicht mehr in den Genuss dieses besonderen Erlebnisses. An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei beiden Klassen entschuldigen – und gleichzeitig Herrn Cerny von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung wünschen.
Umso mehr freuen wir uns schon jetzt auf zukünftige Besuche im nächsten Jahr!
Simon Resch (Physiklehrer der 9d)


