MINT-Vortrag zum Thema „Technischer Umweltschutz“

Von der deutschen Abfallwirtschaft zur Entwicklungszusammenarbeit

Unter diesem Titel fand am 19.11.25 unser dritter MINT-Vortrag des Schuljahres 2025/26 statt.

Nach zwei Vorträge in englischer Sprache diesmal ein Vortrag in deutscher Sprache, dennoch der so viel zitierte „Blick über den Tellerrand“!

Herr Bernd Hasel ist bei der KFW (https://www.kfw.de/) als Projektmanager für Entwicklungsvorhaben (Kredite und Zuschüsse) im Umweltinfrastrukturbereich (Wasser, Abfall, industrieller Umweltschutz) tätig und seine Darlegungen seiner beruflichen Tätigkeit und der damit verbundenen Hintergründe ist damit nicht nur höchst interessant und bereichernd für unsere „MINT-Schülerschaft“, sondern auch für alle „Politik- und Wirtschaft-Interessierten“. Daher waren alle aus der Schülerschaft mit einem Physik-, Mathe-, Chemie- oder einem PoWi-LK der Q1 und der Q3 eingeladen.

Und sie konnten eine Menge mitnehmen.

Herr Hasel ist im oben genannten Bereich seit 2008 tätig und hat seitdem verschiedene Regionen betreut: Nordafrika und Naher Osten (2008-2016), Kaukasus / Georgien (2017-2025) und schließlich Südliches Afrika/ Sambia (seit 2025) und hat damit einen reichen Erfahrungsschatz und konnte hier „aus dem Nähkästchen plaudern“, was von der versammelten Zuhörerschaft mit großem Interesse verfolgt wurde. Am Beispiel eines Wasserwirtschaftsprojektes in Batumi in Georgien zeigte sich, wie wichtig und wie vernetzt MINT mit gesellschaftlichen, gesundheitspolitischen und geopolitischen Fragen und Problemstellungen vernetzt ist. So führt (stark verkürzt und vereinfacht dargestellt und im Vortrag mit dem entsprechenden Material und Herrn Hasels Ausführungen natürlich viel kompletteren und korrekteren Bild) eine durch Förderung und in deutscher Zusammenarbeit entwickelte und funktionierende Wasserwirtschaft zu einem besseren Lebensstandard, damit zu besserer Gesundheit der Bevölkerung, größerer wirtschaftlicher Effizienz, größerer touristischer Attraktivität (und einigem mehr) führen kann.

Herr Hasel vermittelte aber in einer knappen Stunde nicht nur das, sondern bot gleichzeitig einen Überblick und Einblick in eine Einführung Studium Umweltschutz, seinen eigenen Weg von der Schule zum Studium Technischer Umweltschutz und seine langjährige Berufserfahrung in der Consultingwirtschaft (national/ internat.). Und im Rahmen dieser Punkte hatte er für die junge Zuhörerschaft gleich noch ein Fazit Studium Umweltschutz in Deutschland: – große Bandbreite (Bio/Ökologie, Verfahrenstechnik, Ingenieurbau) und – Interdisziplinarität (Chance und Risiko…). Außerdem hatte er ein Fazit bezüglich seines eigenen studentischen und beruflichen Werdegangs: + Interdisziplinär/ Schnittstellenkompetenz, + neben Ingenieurausbildung auch naturwissenschaftliche, rechtliche und betriebsw. Grundlagen, + hohe Identifikation, – (damals) keine Fremdsprachen aber (zu) viel Mathematik, – volatiler Arbeitsmarkt/ im Vergleich zu klass. Ingenieuren, – Festlegung auf den Umweltsektor. Und schließlich hatte Herr Hasel auch noch ein Fazit zu seiner beruflichen Zeit in der Consultingwirtschaft (= Projektbezogene Arbeit): + sehr vielseitig und abwechslungsreich, – stressig wenn man viel (oder wenig!) Arbeit hat, – viele Reisen.

Und darüber hinaus noch wie ich finde sehr wichtige Ratschläge eines „alten Hasen“ für die anwesenden jungen Menschen:

im Studium sollte man auch eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen, nicht gleich die „Flinte ins Korn“ schmeißen; man muss auch nicht immer gleich alles verstehen und damit klar kommen, mal zu scheitern, das ist völlig ok. Und: Praktika sind extrem wertvoll, sie bieten Einblicke in Tätigkeitsfelder, helfen heraus zu finden was man (nicht) will und sie können eine „Eintrittskarte“ in ein Unternehmen sein.

Und was in diesem Bericht zusammengefasst ist, ist immer noch nicht alles, was unsere anwesende Schülerschaft mitnehmen konnten, die somit zwar eine reguläre Schulstunde „verpasst“, aber eine extrem lehrreiche Lehrstunde für ihr Leben gewonnen haben.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf den nächsten MINT-Vortrag am 18. Dezember 2025!

Simon Resch (Koordinator Berufs- und Studienorientierung der CSS)