Am Montag, dem 14. September 2026, durfte die Carl-Schurz-Schule im Rahmen ihrer regelmäßigen MINT-Vortragsreihe einen besonderen Gast begrüßen: Professor Dr. Curtius von der Goethe-Universität Frankfurt. Vor zahlreichen interessierten Schülerinnen und Schülern der Qualifikationsphase (Q1 und Q3) referierte er in der Aula über seinen persönlichen Werdegang, aktuelle Forschung zur Klima- und Atmosphärenforschung sowie Studien- und Berufsmöglichkeiten in diesem spannenden Fachgebiet.
Zu Beginn des Vortrags gab Professor Dr. Curtius einen Einblick in seinen eigenen akademischen und beruflichen Weg. Dabei schilderte er anschaulich, wie ihn seine Begeisterung für die Naturwissenschaften von einem Physikstudium bis hin zu seiner heutigen Tätigkeit als international anerkannter Wissenschaftler geführt hat. Besonders eindrucksvoll war für die Schülerinnen und Schüler, wie vielfältig die beruflichen Perspektiven in der Forschung sind und welche Bedeutung Neugier, Ausdauer und wissenschaftliches Denken für eine erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn besitzen.
Im Mittelpunkt des Vortrags standen aktuelle Herausforderungen des Klimawandels. Professor Dr. Curtius erläuterte, dass die Solarenergie weltweit inzwischen etwa zehn Prozent des Strombedarfs deckt und der Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten stärkt. Gleichzeitig machte er deutlich, welche Folgen die globale Erwärmung für Ökosysteme und Gesellschaften haben kann. So verwies er auf die Gefahr sogenannter „Kipppunkte“ im Klimasystem und erklärte, dass bereits eine Erwärmung von 1,5 bis 2 Grad Celsius schwerwiegende Auswirkungen hat.

Besonders eindrucksvoll waren die Ausführungen zum verbleibenden CO₂-Budget der Menschheit. Professor Dr. Curtius verdeutlichte, dass ein Großteil der weltweit vorhandenen fossilen Energieträger im Boden verbleiben müsse, um die Klimaziele noch erreichen zu können. Gleichzeitig zeigte er auf, weshalb die Umsetzung effektiver Klimaschutzmaßnahmen politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich so herausfordernd ist. Neben technischen Lösungen wie erneuerbaren Energien, Energiespeichern, Wasserstofftechnologien und klimaresilienten Städten seien vor allem gesellschaftlicher Konsens und entschlossenes Handeln erforderlich.
Darüber hinaus sprach Professor Dr. Curtius über die Rolle des Einzelnen im Kampf gegen den Klimawandel. Er ermutigte die Zuhörerinnen und Zuhörer, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck kritisch zu betrachten, bewusste Konsumentscheidungen zu treffen und Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen. Dabei betonte er, dass positive Visionen und eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer Zeit entscheidend für erfolgreiche Veränderungen seien.
Zum Abschluss richtete Professor Dr. Curtius den Blick in die Zukunft und stellte die Frage nach den großen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert: geopolitische Konflikte, Klimawandel und Biodiversitätsverlust sowie die Frage, ob der Mensch langfristig die Kontrolle über Künstliche Intelligenz behalten werde. Dabei regte er die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ethische Fragestellungen an.

Abgerundet wurde der Vortrag durch Informationen zu den Studiengängen Meteorologie sowie Physik mit Schwerpunkt Atmosphäre und Klima an der Goethe-Universität Frankfurt. Viele Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, im Anschluss zahlreiche interessierte Fragen zu Forschung, Studium und Berufsperspektiven zu stellen. Das große Interesse zeigte sich auch daran, dass einige Schülerinnen und Schüler nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch das persönliche Gespräch mit Professor Dr. Curtius suchten.
Die Carl-Schurz-Schule bedankt sich herzlich bei Professor Dr. Curtius für den äußerst spannenden und inspirierenden Vortrag sowie für die Zeit, die er sich für die Fragen unserer Schülerinnen und Schüler genommen hat. Veranstaltungen wie diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung und ermöglichen unseren Lernenden wertvolle Einblicke in aktuelle Forschung und wissenschaftliche Arbeitsweisen. Die hohe Beteiligung und das große Interesse der Schülerinnen und Schüler machten den Vormittag zu einem vollen Erfolg.
Simon Resch (Koordinator Berufs- und Studienorientierung der CSS)

