Am 25. März 2026 durften die Schülerinnen und Schüler der Carl‑Schurz‑Schule Frankfurt im Rahmen der schulischen MINT‑Vortragsserie einen ganz besonderen Gast begrüßen: Herr Professor Andreas Krueger von der Justus‑Liebig‑Universität Gießen hielt einen eindrucksvollen Vortrag zum Thema „Krebstherapie aus dem Molekülbaukasten – CAR‑T‑Zellen als ‚Living Drugs‘“.
Der Vortrag überzeugte von Beginn an durch eine außergewöhnlich anschauliche und gleichzeitig klar strukturierte Darstellung eines der spannendsten Forschungsfelder der heutigen Medizin. Trotz der inhaltlichen Tiefe blieb der Vortrag jederzeit verständlich, kurzweilig und motivierend – eine große Leistung angesichts der Komplexität der behandelten Themen.

Besonders positiv fiel auf, wie Prof. Krueger seine eigene wissenschaftliche Biographie – von Stationen in Hannover, Heidelberg (DKFZ), Boston (Harvard Medical School), Frankfurt und Gießen – in den Vortrag integrierte. Dadurch wurde früh deutlich: Wissenschaft ist ein internationaler, dynamischer Prozess, der von Neugier, Mobilität und Teamarbeit lebt. Die wiederkehrende Botschaft „Was muss ich als Immunologin mitbringen? Neugier!!!“ zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Vortrag.
Anhand hervorragend gestalteter Folien erklärte Prof. Krueger grundlegende immunologische Konzepte, etwa die Entwicklung von T‑Zellen, die Rolle dendritischer Zellen als „Übersetzer“ von Gefahrensignalen und die Funktionsweise des T‑Zell‑Rezeptors als „Auge und Ohr“ der Immunzelle. Besonders eindrucksvoll waren hierbei die klaren, grafisch reduzierten Abbildungen, die auf vielen der beim Vortrag gemachten Fotos festgehalten sind.

Ein Höhepunkt des Vortrags war die Herleitung der Idee der CAR‑T‑Zelltherapie: Ausgehend vom natürlichen „Genbaukasten“ der T‑Zell‑Rezeptoren führte Prof. Krueger Schritt für Schritt zum menschengebauten Chimären Antigenrezeptor (CAR). Die Folien machten dabei eindrucksvoll sichtbar, wie biologische Prinzipien bewusst verändert und kombiniert werden können, um das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen zu richten.
Neben den großen Erfolgen der CAR‑T‑Zelltherapie zeigte der Vortrag auch deren Grenzen und Herausforderungen: unterschiedliche Wirksamkeit bei Tumorarten, begrenzte Lebensdauer der Zellen, Ausschluss aus dem Tumorgewebe und schließlich auch die hohen Kosten personalisierter Medizin. Diese ehrliche, differenzierte Darstellung machte den Vortrag besonders glaubwürdig und lehrreich.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Forschung weitergeht – der Molekülbaukasten bietet noch Spielraum, etwa für „self‑driving“ oder „self‑destruct“ CAR‑T‑Zellen. Diese Zukunftsperspektiven regten sichtbar zum Nachdenken und Diskutieren an.
Insgesamt war der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Krueger ein außergewöhnlich gelungener Beitrag zur MINT‑Vortragsserie der Carl‑Schurz‑Schule. Die Kombination aus fachlicher Exzellenz, didaktischer Klarheit, humorvollen und motivierenden Elementen sowie den sehr hochwertigen, anschaulichen Folien sorgte dafür, dass die Zeit wie im Flug verging.

Die zahlreichen Fotos aus dem Vortrag zeigen eindrucksvoll ein hochkonzentriertes, interessiertes Publikum – ein deutliches Zeichen dafür, dass es Prof. Krueger gelang, Wissenschaft nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Der Besuch war für alle Beteiligten eine große Bereicherung und sicher für viele Schülerinnen und Schüler ein nachhaltiger Impuls, sich weiter mit Naturwissenschaften, Medizin und Forschung zu beschäftigen.
Und wie immer kann man den Foliensatz (inklusive einiger weiterführender Links) auf unserer Moodle-Seite zur Berufs- und Studienorientierung nochmal in aller Ruhe ansehen: Informationen zur Berufs- und Studienorientierung: MINT-Vorträge 2025/26 | Carl-Schurz-Schule
Simon Resch (Koordinator Berufs- und Studienorientierung der CSS)
